In den letzten Jahren hat sich der Yoga-Markt in rasantem Tempo entwickelt. Wo einst eine Matte und ein ruhiger Raum ausreichten, finden wir heute eine schier endlose Auswahl an fancy Yoga-Trends: Kakaozeremonien, ätherische Öle, Klangbäder, exklusive Playlists, stylische Outfits und sogar mal ein Gläschen Wein während des Sonnengrußes (ja, das gibt es wirklich!). Dazu gesellen sich Flows, die so ausgefallen sind, dass man manchmal eher an ein Zirkus-Training als an Yoga denkt.
Ich möchte das nicht grundsätzlich verteufeln. Es ist großartig, dass Yoga so vielfältig geworden ist und wir unseren Schüler*innen so viele Wege anbieten können, auf die Matte zu kommen. Aber – und das ist ein großes Aber – ich sehe auch eine gewisse Gefahr in all diesen „Schnickschnack-Angeboten“. Denn je mehr wir dem Yoga Dinge hinzufügen, desto mehr entfernen wir uns von dem, worum es beim Yoga ursprünglich ging: zu sich selbst zu finden und loszulassen.
Schnickschnack und das eigentliche Ziel des Yoga
Für viele von uns begann Yoga als eine rein körperliche Praxis. Vielleicht war es der Wunsch nach mehr Flexibilität oder Stärke, oder schlicht, um uns besser zu fühlen. Aber je länger man praktiziert, desto tiefer geht die Reise. Yoga eröffnet uns Räume in uns selbst, die wir oft vernachlässigen. Es bringt uns zurück zu unserer Mitte, lässt uns ruhiger werden und schenkt uns Momente der Klarheit. Doch all die zusätzlichen Trends können uns genau von diesem Weg abbringen.
Wenn zur Standard-Praxis nun eine Kakaozeremonie, akrobatische Asanas und ein ganzer Aromakurs gehören, dann gibt es so viel Außen, was unsere Sinne beschäftigt. Anstatt uns mit unserer inneren Welt zu verbinden, lassen wir uns noch mehr ablenken. Und das eigentliche Ziel des Yoga, nämlich bei uns selbst anzukommen und unseren Geist zu beruhigen, tritt in den Hintergrund.
Kreativität mit Bedacht nutzen
Versteh mich nicht falsch – es ist wunderbar, kreativ zu werden. Vor allem, wenn wir uns dem Vata-Dosha zuwenden, das in der ayurvedischen Lehre für Leichtigkeit, Beweglichkeit und Kreativität steht. Dieses Dosha bringt die Leidenschaft für neue Ideen mit sich, was viele Yogalehrerinnen sehr inspiriert. Doch Kreativität kann sich auch ganz anders entfalten, nämlich in der Art, wie wir eine nachhaltige und bodenständige Praxis aufbauen. Es geht nicht darum, in jeder Yogastunde die wildesten neuen Tools und Methoden einzubauen, sondern darum, wie wir beständig und sinnvoll kreativ sind – für uns selbst und für unsere Schüler*innen.
Manchmal liegt die wahre Kreativität nicht im ständigen Hinzufügen von Elementen, sondern in der Gestaltung eines Raums, der schlicht ist und dennoch tief berührt. Im Ayurveda-Yoga schöpfen wir unsere Inspiration direkt aus der Natur und den Jahreszeiten. Wir passen unsere Praxis an, ohne viel Schnickschnack, aber mit tiefem Wissen über die Kräfte, die uns umgeben. Das gibt dir als Lehrerin die Freiheit, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren und gleichzeitig kreativ zu sein – innerhalb eines Rahmens, der Stabilität und Tiefe bietet.
Du musst nicht alles mitmachen
Es kann manchmal schwer sein, in einer Welt, die ständig nach mehr verlangt, dem Druck zu widerstehen. Immer neue Kurse, noch ausgefallenere Flows und die coolsten Tools. Es fühlt sich fast so an, als müssten wir uns ständig neu erfinden, um im Yoga-Bereich erfolgreich zu sein. Aber dem ist nicht so. Yoga lebt von der Substanz, nicht von der Show. Und manchmal ist es viel anstrengender, zu versuchen, jeden Trend mitzunehmen, als auf das zurückzukommen, was uns als Lehrerinnen wirklich ausmacht.
Dieser ständige Druck, immer innovativer zu werden, kann uns auch erschöpfen. Es ist ein wahrer Schlüsselmoment, wenn du erkennst, dass du nicht alles mitmachen musst, um erfolgreich zu sein. Vielmehr wird es zur Erleichterung, wenn du dich darauf konzentrierst, puristisch und klar zu arbeiten. Statt ständig auf der Suche nach dem Neuesten und Aufregendsten zu sein, kannst du dich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: die Verbindung zu dir selbst und deinen Schüler*innen. Es ist eine wahre Befreiung, zu erkennen, dass nicht jede Yogastunde vor Kreativität sprühen muss. Manchmal reicht es vollkommen, einfach die Basis zu bieten – die ruhige, klare Praxis, die deine Teilnehmerinnen erdet und in ihre eigene Mitte bringt.



Weniger ist mehr: Die Schönheit des Puristischen
Natürlich nehme ich mich da nicht raus – auch ich nutze ab und zu gerne verschiedene Tools. Doch sie sind für mich eine Bereicherung, keine Bedingung für eine gute Yogaklasse. Ich selbst praktiziere Yoga im wesentlichen schon immer gerne klar und puristisch. Mir reicht es, auf der Matte zu sitzen, meine Augen zu schließen und mich zu erden. Keine fancy Outfits, keine zwanzig Kristalle um mich rum oder Flows, die mich zum Kopfstehen zwingen. Und weißt du was? Genau diese Reduktion auf das Wesentliche ist für mich das, was Yoga so kraftvoll macht. Es ist das Einfache, das Tiefe.
Ayurveda-Yoga passt perfekt zu diesem Ansatz. Es bringt uns in Einklang mit der Natur, es ist schlicht und einfach. Es erdet uns, beruhigt die aufgewühlten Energien und lässt uns bei uns selbst ankommen. Gerade in Zeiten, in denen unser Leben immer lauter und hektischer wird, brauchen wir diese Einfachheit. Keine ständige Suche nach neuen Trends, sondern eine Rückkehr zu den Elementen, die uns wirklich nähren.
Dein Stil, deine Leidenschaft – und warum es wichtig ist, in einer Sache richtig gut zu sein
Was mir in meiner persönlichen Entwicklung immer klarer wurde: Es geht nicht darum, jedes Yoga-Trendtool zu beherrschen. Es geht darum, sich auf das zu konzentrieren, was dich am meisten begeistert und berührt. Es geht um Tiefe statt Breite. Wenn du in einer Sache richtig gut bist, kannst du deine Leidenschaft darin ausleben und sie in die Welt tragen.
Yoga ist nicht dazu da, eine Show abzuliefern. Es ist kein Performance-Sport, bei dem wir mit den neuesten Gadgets und Methoden beeindrucken müssen. Deine Teilnehmer*innen kommen zu dir, weil sie spüren, dass du etwas verkörperst. Sie möchten genau das, was du mit Überzeugung lehrst. Und glaub mir, das ist am Ende viel kraftvoller als jeder Kristall oder trendige Asana.
Deshalb möchte ich dich ermutigen, zu dir selbst zurückzukehren und dir zu überlegen: Was begeistert dich am Yoga am meisten? Was ist das, was dich wirklich berührt und dir Freude bereitet? Finde deinen eigenen Weg in dieser oft überladenen Yoga-Welt und bleibe dabei ganz bei dir.
Fazit: Bleib bei dir und deiner Essenz
Es gibt so viele Tools und Trends, die uns im Yoga begegnen, und das ist okay. Aber es ist nicht das, was Yoga ausmacht. Yoga ist viel mehr als das. Es ist die Verbindung zu dir selbst, die Möglichkeit, loszulassen und zu erfahren, wer du wirklich bist.
Wenn du als Yogalehrerin eine authentische Praxis bietest, die ohne viel Schnickschnack auskommt, schenkst du deinen Teilnehmer*innen etwas Kostbares: einen Raum, in dem sie sich selbst spüren können, ohne Ablenkungen und ohne Druck. Und genau das ist es, worum es im Yoga geht.
Ich lade dich ein, tiefer zu gehen. Finde deinen eigenen Stil, sei in einer Sache richtig gut und trage das, was dich am Yoga am meisten begeistert, in die Welt hinaus. Denn genau das, was du verkörperst, ist das, was deine Teilnehmer*innen am meisten berühren wird.
Ayurveda trifft Yoga: Deine Reise zurück zum Wesentlichen
Wenn dich dieser Ansatz anspricht und du mehr darüber erfahren möchtest, wie Ayurveda-Yoga diese puristische, kraftvolle Praxis unterstützen kann, dann lade ich dich herzlich ein, Teil meiner Ayurveda trifft Yoga-Ausbildung zu werden. Hier lernst du, wie du auf natürliche Weise Yoga und Ayurveda verbindest – für dich selbst und für deine Teilnehmer*innen. Du erhältst tiefes Wissen über die Elemente, die Doshas und wie du all das in eine simple, aber wirkungsvolle Praxis integrierst.
Mach dich bereit, in eine Welt einzutauchen, die dich erdet, nährt und dich zu deinem eigenen Wesenskern zurückführt. Es braucht keine tausend Tools. Es braucht nur dich, deine Leidenschaft und die Weisheit des Yoga und Ayurveda.
Herzliche Grüße
Nina
PS: In der Ayurveda trifft Yoga-Ausbildung lernst du, wie du deine eigene Praxis vertiefen und deinen Teilnehmer*innen etwas geben kannst, das weit über trendige Yoga-Klassen hinausgeht. Erwecke die Kraft des Ayurveda in deiner Yoga-Praxis und lass dich von der natürlichen Einfachheit dieser Kombination inspirieren.
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Wahre Worte aus dem
Herzen gesprochen. Ich mache seit 15 Jahren Yoga. Ich bin keine Yogalehrerin, jedoch sind mir viele Yogalehrerinnen auf meinem yogischen Weg begegnet. Mit Stirnrunzeln beobachte ich seit Jahren, was du so schön beschreibst. Die Essenz geht mittlerweile bei sehr vielen Angeboten verloren, Nebenschauplätze entstehen, die vom tiefen Kern des Yogas ablenken. Gefühlt ist jede 2. Frau in meinem Umfeld Yogalehrerin und ich frage mich, wo möchten sie alle praktizieren? Auch das scheint ein Trend zu sein. Doch jeder wie er will. Ich bleibe meiner Basis treu seit 15 Jahren und sicherlich bis zu dem Tag, an dem ich nicht mehr Kraft genug finde. Aber durch mein tägliches Üben liegt der Tag noch weit in der Zukunft. Ich bin jetzt 58 und freue mich täglich an meinem Körper und meiner Gesundheit. Herzliches Grüße und eine kraftvolle und Licht spendende Weihnachtszeit. Stephanie 🙏✨
Liebe Stephanie, danke für dein Teilen. Ich glaube auch, dass wir einfach immer wieder bei uns selbst ankommen dürfen. Und dann öffnen wir dadurch natürlich auch den Raum für weitere Erfahrungen, die wir alle machen dürfen. Alles Liebe zu dir.